Rokoko



Rokoko ist eine eigenständige Phase des späten Barock am Anfang des 18.Jahrhunderts und zeichnet sich durch eine Loslösung von dem schweren, prunkvollen Frühbarock zu Gunsten von Eleganz, Leichtigkeit und insbesondere einem Wandel der Innenarchitektur vom Repräsentativen hin zum Intimen und Bequemen, aus. Namensgebens ist die Rocaille, ein schnörkelhaftes, asymetrisches und muschelförmiges Ornament, das als Leitmotiv diverse Objekte und Kunstgegenstände verzierte.  Maßgeblich für diese Entwicklung ist Frankreichs, im Spezielen der Hof Ludwig des XV zu verstehen, von wo aus sich der neue Stil schnell in weitere Teile Europas getragen und weiterentwickelt wurde.

Die Architektur nimmt den eleganten Leichtigkeitstrend auf, indem auf repräsentative Schlösser verzichtet wird und stattdessen Stadtpalais und Lusthäuser in Parks gebaut werden. Die umgebenden Gärten sind nun auch Objekte ästhetischer Betrachtung – es werden Landschaftsgärten angelegt und elegant organisiert.

Die Innenarchitektur rückt primär in das Interessenfeld – die Räume werden heller, sowohl durch die Wahl der Wandfarbe ( weiß oder Pastell-Töne), als auch durch unzählige Spiegel, das Mobiliar wird unter dem Gesichtspunkt der Bequemlichkeit, Eleganz und Leichtigkeit entworfen.  Die Grenzen zwischen den einzelnen Künsten scheinen aufgelöst zu werden, da jeder Gegenstand, jede Wand, jedes Accessiore mit einem Anspruch auf Ästhetik angefertigt wird.

Die Malerei ist weiterhin von den italienischen Meistern des 16. und 17.Jhd. beeinflusst, verzichtet aber auf die starren Vorschriften und alten Lagerkämpfe. So scheint hier endlich der Streit zwischen „Pussinisten“ und „Rubeniste“ um den Vorrang von Zeichnung oder Farbe beglichen. Beiden Elementen wird eine gleichwertige Bedeutung zugesprochen. Die Thematik der Bilder sollte die grundsätzliche Stimmung der Epoche widerspiegeln, der Umbruch ins leichte, heitere und elegante legte sich auch in den Bildern, in Motiven wie ländlicher Idylle, antiken Göttern und Heldenfiguren, wie auch in der Mischung unterschiedlicher Stilrichtungen, was zuvor undenkbar gewesen wäre. Die zunehmende Autonomie der Malerei ermöglichte ihr eine eigene poetische Bildgattung.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Kunst wird im Rokoko die Kunst mit den seriellen Produktionsverfahren in Berührung kommen. Insbesondere das Porzellan wird sich zunehmender Beliebtheit erfreuen uns seriell hergestellt werden. Daneben war Goldschmuck und – Verzierung, Seidenstoffe und Gobelins typische Dekorationselemente dieser Epoche.

1735 - 1750: Rokoko in Frankreich 1740 - 1770: Rokoko in Deutschland

Bernardo Bellotto Johann Evangelist Holzer Johann Georg Plazer
François Boucher Jean Jouvenet Hyacinthe Rigaud
Giovanni Antonio Canal Nicolas Lancret Christoph Thomas Scheffler
Rosalba Carriera Nicolas Largillière Martin Johann Schmidt
Philippe de Champaigne Peter Lely Giovanni Battista Tiepolo
Jean Siméon Chardin Francois Lemoyne Giovanni Domenico Tiepolo
Antoine Coypel Jean Etienne Liotard Familie Treu
François Desportes Jean Marc Nattier Paul Troger
Jean-Honoré Fragonard Franz Anton Maulbertsch Jean François de Troy
Thomas Gainsborough Charles Joseph Natoire Antoine Watteau
Francesco Guardi Jean-Baptiste Pater  
Matthäus Günther Antoine Pesne