Renaissance



Wie bereits der Name dem Französischkundigen verrät, ist die Renaissence eine Wieder- bzw. Neugeburt der Antike. Mit Beginn des 15.Jahrhunderts finden in Europa Umbrüche in allen Richtungen statt – Humanismus, Reformation, die Entdeckung der Welt und der Buchdruck bestimmen den Geist dieser Zeit. Wo anders, als bei den bewehrten, erhabenen Gedanken der Antike, kann der unruhige Geist dieser Zeit einen Anhaltspunkt finden? Mit der Renaissence, dem neuen Umgang mit Natur, Glauben und Menschen findet das Mittelalter sein Ende und die Besinnung auf den Selbstkritischen, vernünftigen, gebildeten Menschen ihren Anfang.

Insbesondere Italien ist von der Renaissance ergriffen, die Rückkehr zu den alten Sprachen Griechisch und Latein, wie auch der Literatur der Griechen und vor allem Römer verändert das bis dahin eher geringe Ansehen von Künstlern. Sie werden fortan mindestens mit gleichem Respekt, wie die Wissenschaftler behandelt. Die Kunst wird in dieser Zeit gleichsam auch wissenschaftlicher, mathematisch durchrechnet und an Hand genauster anatomischer Beobachtungen gezeichnet.

Die Architektur der Renaissance orientiert sich maßgeblich an den Proportionen der Natur, den Maßverhältnissen des menschlichen Körpers oder auch an als schön empfundenen, möglicherweise willkürlichen, Zahlenverhältnissen.  Struktur und Ordnung sind oberstes Gebot – sichtbare, aufeinander abgestimmte Proportionen und eine ablesbare Geschossgliederung sind dafür typisch. Definitionen von Säulenordnungen, Maßverhältnissen und Formen wurden zu einem festgelegten und universellen Kanon versammelt. Als besonders schön wurden runde Formen empfunden.

Die Skulptur erfährt ihre endgültige Lösung von der Architektur und gleichsam höchste Anerkennung in ihrer Geschichte – als dreidimensionales Kunstwerk ist es nur konsequent in einer Zeit der größten Beachtung menschlicher Anatomie, wirklichkeitsgetreuer Darstellung, Wissenschaftsdrangs und der Einbeziehung der Umwelt des Kunstwerks eben dieses, den Akt zum zentralen Thema zu machen. Bildnisse in den erdenklichsten Größen und Formen wurden angefertigt, figürliche Kunstwerke betonten die Bedeutung des Individuums und seines Nachklanges in den Folgegenerationen.

Die Skulpturen sind primär Akte, bei denen das antike Motiv einer ponderierten Standfigur mit Kontrapost wiederbelebt wird. In der weiteren Entwicklung der Renaissance werden die Gegensatzpaare Realität –Idealität, Modell –Thypus, Detail – Geschlossenheit in eine harmonische Verbindung gebracht. Bekanntester Vertreter einer solchen Technik war Michelangelo.

Die Malerei ist ebenso, wie die Bildhauerei von dem menschlichen Körper, wie auch dem Raum eingenommen. Um eine möglichst realistische Wiedergabe von Räumlichkeit zu erreichen ist es nur konsequent, dass die Zentralperspektive, neben anderen mathematischen Elementen, entdeckt und für das Kunsthandwerk handhabbar gemacht wurde.