Die karolingische Kunst ist eng mit dem Bemühen um eine Erneuerung des römischen Reiches unter Karl dem Großen (8Jhd.) verbunden. Die Kunst der Karolinger schließt an die Tradition der Spätantike und des Frühchristentums an und verbindet sie mit irisch-angelsächsischer Ornamentik und Form.
Die Architektur orientierte sich zum Einen an den Zentralbautypen des Südens, zum Anderen unterliegt sie aber auch byzantinischen Einflüssen. Die karolingischen Großbauten wiederum wurden nach dem Vorbild frühchristlicher Basiliken entworfen.
Die Mosaiken sind zu einem Großteil verloren oder zerstört. Erhalten geblieben sind noch einige Wandgemälde und die Ausstattungen von Kirchen, Torbögen und Toren zeugen von der hoch entwickelten Gusseisenkunst dieser Zeit.
Die im Frühchristentum noch vergleichsweise bescheidene Buchmalerei findet bei den Karolingern ihren höchsten Stellenwert, was sich in dem Vorhandensein von zwei Stil-Schulen im Kreis Aachens bestätigt findet.
Die Hofschule setzte mit ihren Evangelienbücher den Maßstab für das ganze Mittelalter – die Texte sind in Silber und Gold auf Purpur gefasst, ganzseitige Initialien, Kanontafeln, und großfigurige Evangelistenbilder nehmen das Bild der Bibel ein, wobei natürlich auch die Ornamentik nicht fehlen darf. Diese wurde in Anlehnung an die irisch-angelsächsiche Tradition der Buchmalerei gestaltet.
Die zweite Schule, die Wiener Krönungsevangelisten, zeigte sich bezüglich dekorativer Mittel sparsamer, die Ornamentik fiel bescheidener aus und auch die Konzeption der Evangelisten divergiert von der ersten Schule – hier wurden sie von einer illusorischen Landschaft umgeben.
