Frühchristentum



Die Epoche des Frühchristentums ist in ihren Anfängen lediglich durch ihre Schöpfer, nicht aber den Stil, die Mittel oder Themen von der Spätantike bis zum 2.Jhd. zu unterscheiden. Dies ist zum Einen mit dem ausdrücklichen Verbot bildlicher Darstellung durch Paulus und zum Anderen mit der Verfolgung und mangelnden Anerkennung der Christen zu erklären.  Das christliche Leben fand im privaten Bereich statt, wodurch der Wirkungskreis dieser Künstler sehr bescheiden war – lediglich Katakomben und wenige Denkmäler sind von dieser Zeit erhalten.  313 wurde das Christentum mit der antiken Religion gleichgestellt, der Kaiser, als neu getaufter Christ trieb eine Förderung christlicher Kunst voran. Damit wurde sie zur Grundlage der Kunst im westlichen Europa, im Osten Europas hingegen der byzantinischen Kunst.

Die Architektur der Gotteshäuser wurde von der Architektur der Römer übernommen – die profane Basilika galt als Grobumriss der christliche Basilika, ihre Form wurde ein wenig verändert und um die Längsbauten mit Atrium, Apsis und Narthex erweitert. Die Kirchenarchitektur variierte allerdings auch zwischen den jeweiligen Bautraditionen der Länder. Gemein ist allen Ländern, dass mit der offiziellen Anerkennung des Christentums, die Kunst als Medium der Verbreitung dieser Religion diente.

Hervorzuheben ist bei der Baukunst, das Relief, welches unter den frühchristlichen Menschen seine besondere Ausprägung erfuhr.

Die Skulpturen der frühchristlichen Epoche waren stark von der Veränderung der Bestattungsriten eingenommen – dem Wechsel von der Verbrennung Verstorbener und Beisetzung in Urnen zu Erdgräbern. Die betuchteren Zeitgenossen ließen reichverzierte Mausoleen für ihre Dahingeschiedenen errichten und sie in Sarkophagen bestatten, die von jeder Seite mit figürlichen Reliefs bekleidet wurden. Auf den Reliefs wurde meist Christus als Wundertäter unter den führenden Charakteren des Alten Testamentes dargestellt, erst ab dem 4.Jahrhundert kamen komplexere Darstellungen, wie z.B. die Passionsgeschichte, dazu.

Ein verbreitetes Element architektonischer Verzierung sind Mosaiken – Bodenmosaiken, Wandmosaiken und später auch Gewölbemosaiken.

Die Malerei des 4.Jahrhunderts war durch die Katakombenmalerei stark beeinflusst, in der vor allem Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt wurden, wobei besonderer Wert auf die Gegenüberstellung von menschlichen Figur und dekorativen, bzw. strukturellen Element gesetzt wurde. Auffallend oft wird ein Hirte oder Schaffträger (Der gute Hirte) dargestellt, der als Sinnbild eines erhofften Friedens verstanden werden kann.

Das Kunsthandwerk der Buchmalerei gehörte ebenso zu den Schaffensbereichen der frühchristlichen Künstler, dessen älteste Funde auf das 4.Jhd. datiert sind. Das Kunsthandwerk dieser Zeit hatte Elfenbein als favorisiertes Material auserkoren, welches zu Ditychen, Kästchen und Pyxiden umgestaltet wurde.

Edelmetalle hingegen wurden für Reliquienkästchen und liturgische Gegenstände genutzt.