Griechische Kunst



Hinter dem Oberbegriff „Griechische Kunst“ verbirgt sich eine Epoche, die einen Zeitraum von 11.Jhd – 1.Jhd. v. Chr.  umfasst.  An dieser Stelle kann sie nur stark vereinfacht und äußerst grob zusammengefasst werden.

Zu den grundlegenden Arbeitsmaterialien der Griechen gehörten Zirkel und Lineal – Architektur, Kunst, alles Äußerliche und Ansehnliche musste perfekt berechnet sein.

Davon leitet sich letztlich die erste Phase griechischer Kunst ab, die geometrische Kunst, welche – wie der Name bereits andeutet – ihr Hauptaugenmerk auf geometrische Muster legte. Diese schmückten als Ornamentik die Keramiken. Besonders beliebt waren Räder, Mäander, Dreiecke, Rauten und Hakenkreuze, welche in waagerechten Stufen auf schwarz glänzenden Vasen angeordnet wurden.

Seit dem 9.Jhd v Chr. lassen sich auch die Darstellungen von Menschen, Tieren und Bestattungszeremonien feststellen.

Die Archaische Baukunst entstand gegen Ende des 8.Jhds. v. Chr. Charakteristisch sind Plastiken aus Marmor, Kalkstein und Bronzeblech oder Ton von nackten Jünglingen, die Verstorbene, siegreiche Wettkämpfer oder Götter symbolisieren. Frauen hingegen wurden immer bekleidet dargestellt und symbolisierten Göttinnen oder Verstorbene und fungierten oftmals als Weihgeschenke.

In dieser Zeit etablierte sich die klassische Körperhaltung der Skulpturen, der Kuros –eine strenge Form, bestimmt durch Schrittstand und eng anliegende Arme (bis ins 6.Jhd. hinein). Seit dem 6.Jhd. beschäftigten sich die Künstler zunehmend mit Reliefs und Freiplastiken, die ebenso wie die Skulpturen, einer strengen Form unterlagen.

Die Malerei in Form von Wand-und Tafelmalerei ist beklagenswerter Weise vollständig verloren. Lediglich die „Notiz-Bilder“ auf den Vasen vermitteln eine Vorstellung von der spektakulären Monumentalmalerei.

Die Vasen können auf Grund der Färbung nach ihrem Herkunftsort unterschieden werden – die korinthischen Vasen sind sandgrundig und schwarz-rot bemalt, während die attischen schwarzfigurige Darstellungen aufzeigen.

Interessanter Weise wurde die Verkürzung, als einer der ersten und einfachsten Kunstgriffe, erst 500v.Chr. eingeführt. Das bedeutet, dass erst seit diesem Zeitpunkt der Blickpunkt des Künstlers (respektive des Betrachters) eine Rolle für die Darstellung spielte.

Die griechische Klassik wird üblicherweise in drei Abschnitte geteilt: die Frühklassik im 5.Jhd, die Hochklassik und die Spätklassik im 4.Jhd.v. Chr.

Die Frühklassik steht noch stark unter dem Einfluss des Perserkrieges, was sich in einem strengen Stil widerspiegelt. Gleichzeitig wird der menschliche Körper in seiner Anatomie und Funktion erfasst, was zu realeren Darstellungen in den Künsten führte, als es bisher der Fall war. Themen der meisten Kunstwerke dieser Zeit sind zielgerichtete Handlungen und eine realistische Darstellung derselben. Typisch für diese Epoche sind klare Profile und Vorderansichten. Leider sind von den Kunstwerken der Frühantike lediglich römische Kopien und keine Originale mehr erhalten.

Die Hochklassik ist vor allem an der Gewichtsverlagerung auf das Spielbein und der damit einhergehenden Verschiebung anderer Körperteile der Dargestellten zu erkennen. Die Idee einer harmonischen Bewegung und ihrer Gegenbewegung lag dieser Körperhaltung zu Grunde.  Zu jener Zeit entstand die Proportionslehre des Polyklett, welche für alle folgende Kunst als Grundstein dienen sollte.

Die Spätantike entdeckt einen neuen Wirklichkeitssinn – das Göttliche wird nicht mehr als Erhabenes, sondern Vermenschlichtes dargestellt. Die Statik wird dagegen von Bewegung, Gestenreichtum und skizzenhaften Stil (auf Vasen) abgelöst.

Hellenistische Kunst: Mit der Eroberung des Mittelmeerraumes und des Orients unter Alexander dem Großen, wird die griechische Kunst in weite Teile der Welt getragen, wo sie mit anderen Kunstschulen in Kontakt kommt. Insbesondere Bibliotheken gigantischen Ausmaßes bestimmen den Architektur-Trend dieser Zeit. Es wird nun noch mehr und noch präziser gebaut und geplant und gleichsam der erste Baustein für die Entwicklung der Städteplanung gelegt.

Neben Kolossalstatuen, beherrscht das Porträt, bzw. die Porträtplastik die Kunstszene. Der stehende Akt, wie auch die Darstellung des Kindes (Eros ) entwickelt sich immer mehr zum Leitthema.

Die Malerei wiederum ist von dem Wechselspiel von Licht und Schatten, als Raum schaffendem Motiv und einer möglichst plastischen Darstellung der Umwelt eingenommen. Themen der Kunst werden der Literatur, den Mythen und der Geschichte entnommen. Aber auch Landschaftsmalerei und Stillleben finden ihre Liebhaber.