Ägyptische Kunst



2900-2160 Altes Reich

Zu Beginn des Alten Reiches werden Regeln für Architektur und Kunst, im weitesten Sinne Ästhetik, formuliert. Sie werden für die folgenden 3000 Jahre in Ägypten Gültigkeit behalten ( z.B. Standlinien, Register, Proportionskanon, Bedeutungsmaßstab heiliger Figuren).

Schrift ist hier gleichzeitig auch immer als Bild zu denken , mehr noch als in der lateinischen Schrift auf Grund der offensichtlich an Lebewesen und Naturelemente angelegten Zeichen.

Die Darstellung von Lebewesen ist durch eine  perspektivische Verkürzung gekennzeichnet, wobei ihre Anatomie dennoch vollständig bleibt.

2620 v.Chr. wird das erste Königsgrab errichtet, die Stufenpyramide (545m x 280m) des Djoser in Sakkara. Gigantische Bau-und Kunstwerke beherrschen den Trend der Zeit. Es werden lebensgroße Plastiken von Königen errichtet und die Grab-und Kultstätten werden mit Reliefs reich verziert.

Ca. 2550 v. Chr. lässt König Snofru drei monumentale Pyramiden errichten, die an Größe und Ausmaß die größten Pyramiden Ägyptens der gegebenen Zeit übertrafen. Gleichzeitig leuteten sie einen Wandel der ägyptischen Baukunst ein von den Stufenpyramiden zu den uns heute bekannten, glattflächigen Pyramiden – wie der 147m hohen Cheops-Pyramide mit großer, glatter und ungegliederter Fläche. Sie ist als der Höhepunkt des ägyptischen Pyramidenbaus einzuschätzen.

Die Kunst des alten Ägyptens fand ihren Ausstellungs- und Wirkungsraum hauptsächlich in und an den Pyramiden. Die dort aufgestellten Statuen sollten ein Fortleben der Menschen im Jenseits symbolisieren. Die Figuren werden an Hand der Gesichtsfarbe, Haltung und Kleidung als männlich (rotbraun) und weiblich (gelb) charakterisiert. Die Statuen bilden jedoch nie Kinder oder Alte ab, sondern ein eher undefinierbares Alter um die Zeitlosigkeit der Dargestelltem zu suggerieren. Mit fortschreitendem Gefallen an der Kunst, fanden immer mehr Plastiken, Gruppen und Verzierungen Eingang in die Grabkultur. Symbole von Lebensfülle sollten fortan die leblosen Grabkammern schmücken.

Zwischen der Blütezeit der höchsten Pyramiden (um 2250 v.Chr.) und 2160-2040 v.Chr. haben einschneidende Veränderung in der ägyptischen Kunst statt gefunden. Der  Pyramidentrend ging drastisch zurück und politische Machtspiele führten zur Teilung des Landes. Erst unter Pharao Mentuhotep Nebhepetre (2061-2010) wurde das Land wiedervereint und der Pyramidenkult wiederbelebt.

Der Pyramidenbau erfuhr abermals Veränderungen, nunmehr wurden die glatten Außenseiten, die 150Jahre zuvor sich breiter Beliebtheit erfreuten, von Pyramiden mit Wänden aus Lehmziegeln über Steinkernen abgelöst. Insgesamt aber fand der Pyramidenkult nicht mehr zu seiner einstigen Beliebtheit zurück, was mitunter daran liegen mag, dass mit den Göttertempeln die Pyramide ihres Status als einziger Monumentalbau beraubt wurde.  Der erste Göttertempel wurde in Karnak errichtet und war dem Gott Amun gewidmet. Geschmückt war der Tempel mit Königsbildnissen und Plastiken, welche Figuren beim Vollzug des kultischen Alltags zeigten.

1785-1552 v.Chr. fanden die Göttertempel immer größeren Anklang in der Gesellschaft. Der Pyramiden-Bau wurde abermals aufgegeben, diesmal zu Gunsten von Tempeln, Sphinxalleen, Säulenreihen und Felsgräber (Tal der Könige).